Read ZeichenSprache: Magische Rituale in der Kunst kabylischer Frauen (Kleio Social Anthropology) by Makilam Online

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Frauen bilden das eigentliche Zentrum der kabylischen Gesellschaft, sie geben dem Leben aller eine starke Struktur, gegr ndet auf vielf ltige Alltagsrituale, auf eine sthetisch erfahrbare Magie, die sich in T pferarbeiten, Fresken, Webst cken und T towierungen ausdr ckt und immer auf heilendes, die Menschen mit der Natur vers hnendes Handeln verweist Insbesondere die alten Frauen sind verantwortlich f r die Fruchtbarkeit im eigentlichen wie im bertragenen Sinn Sie sind es, die das Leben weitergeben Ihre Artefakte weisen auf nicht anderes als auf ihre Leiblichkeit und deren Einbettung in die umgebende Natur, die Fruchtbarkeit der cker, der H user, D rfer und der in und von ihnen lebenden Familien.Review Makilam pr sentiert eine F lle au erordentlichen Wissens ber die vorislamische Kosmologie, das rituelle Leben und die sozialen Strukturen der Kabylen, das indigene Berbervolk Algeriens Als westlich ausgebildete Ethnologin, jedoch aufgewachsen im Herzen der lebendigen Traditionen kabylischer Frauen, bietet sie seltene Einblicke in deren t gliche Rituale und die magischen Bedeutungen ihrer komplexen bildenden K nste Ihre Binnensicht der matrilinealen heiligen Praktiken legt deren komplexen Symbolismus und zugleich die zentrale kulturelle Stellung der kabylischen Frauen offen, die bisher von westlichen Forschern unbeachtet geblieben ist Makilams brillante und elaborierte Forschungsarbeit ist unverzichtbare Lekt re f r all jene, die sich f r die Rolle der Frauen in traditionellen Berbergesellschaften interessieren Joan Marler, California Institute of Integral Studies, San Francisco...

Title : ZeichenSprache: Magische Rituale in der Kunst kabylischer Frauen (Kleio Social Anthropology)
Author :
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ISBN : 3981121147
ISBN13 : 978-3981121148
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : B chse d Pandora 21 Mai 2007
Number of Pages : 272 Pages
File Size : 761 KB
Status : Available For Download
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ZeichenSprache: Magische Rituale in der Kunst kabylischer Frauen (Kleio Social Anthropology) Reviews

  • U. Madeisky
    2019-03-16 12:23

    Beim Lesen geriet ich in einen Bann ganz besonderer Art.Mir war, als würde ich zum ersten Mal verstehen, was es heißt, gläubig zu sein, was es bedeutet, ein Leben zu führen, das vom Glauben durchdrungen ist.Dieses Leben führt eine recht kleine Anzahl von Menschen, das Volk der Kabylen im Norden Afrikas.Die Kabylen trachten nicht nach Privatbesitz von Grund und Boden. Das Land gehört allen Mitgliedern einer Familie und ist ein heiliges Gut, das ihnen die Vorfahren übergeben haben. Die Erde wird von schützenden Wächtern bewohnt, sie ist beseelt. Andächtig wird das Ackerland bewirtschaftet. Es wird darauf geachtet, die E r n t e nicht zu erzwingen oder zu beschleunigen, weil die natürliche Entwicklung nicht gestört werden darf. Ich muß es noch einmal in anderen Worten beschreiben, denn mein Staunen darüber will nicht enden. Die Pflanzen werden nicht getrimmt, nicht aufgeputscht, und die Erde wird nicht ausgelaugt und nicht ausgebeutet. Genauso achten sie auch bei allen anderen Lebewesen darauf, was sie brauchen: die Tiere, die Kinder, die Mitmenschen. Das Mütterliche, das Behütende und Nährende bestimmt den Weg.Die Autorin Makilam stammt von dort, als junge Erwachsene machte sie sich auf in die andere Welt, dahin, wo wissenschaftlich gearbeitet wird, alles beurteilt, zerlegt und gedeutet. In der Großstadt Paris muss sie durch eine harte Schule gegangen sein. Aber für ihre Veröffentlichungen, für uns, die LeserInnen, ist es ein großes Glück, weil es sie motiviert hat, dasjenige richtig zu stellen, was allerorts an falschen und missverstandenen Beschreibungen über ihre Leute kursiert. Als sie dann wieder zu ihnen zurück ging, diesmal, um selbst zu forschen, hat sie dort auch wieder Prüfungen anderer Art bestehen müssen, weil Kabylinnen nicht Jeder das Geheime Wissen der Frauen enthüllen."Es ist der Mond! Es ist der Mond!" wird in der Kabylei dem Neugeboren zugerufen. Denn die Frau, die entbunden hat, ist damit die Verkörperung der Erdmutter des menschlichen Lebens, und das Kind, das sie zur Welt gebracht hat, wird mit dem Mond verglichen.Oder dann diese heilige Handlung (die von uns hier als Ritus bezeichnet werden würde): Die stillende Mutter läßt ein wenig von ihrer Milch auf einen Dachziegel laufen. Diesen Ziegelstein setzt sie dann auf das Dach, damit er hier eine ganze Nacht lang das Licht der Sterne auffängt. Beim Lesen stelle ich mir vor, wie die Frau, während sie dies tut, an die Einmaligkeit und Wichtigkeit ihrer Milch erinnert wird, wie sie dabei in Gedanken bei ihrem Kind ist, dessen Gesundheit damit geschützt werden soll, und wie sie sich dabei gewahr wird, dass da oben der Mond inmitten der glänzenden Sterne steht und die Himmelskörper ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Zeit haben.Die Frau ist auch die Hüterin des Wassers, sie bringt diese wichtige Aufgabe ihren Töchtern bei. Wasser darf nicht vergeudet werden, nicht etwa nur aus Sparsamkeitsgründen, sondern aus Respekt vor seiner heiligen Natur.Sie gehen auch mit Namen und Worten vorsichtig und bewusst um. Worte werden nicht nur so dahin gesagt, sondern werden wahr, zu echten Geschehnissen. Mit den Zeichen ist es ebenso, viele davon befinden sich auf den einmaligen Töpferarbeiten der Frauen, oder den Wandmalereien in den Häusern. Diese gehen über das einfach Magische hinaus, sie drücken die großen, universellen Zusammenhänge aus.Ein Zeichen für das Männliche ist ein Dreieck, dessen Spitze nach oben zeigt.Ich finde, dieses Buch sollte in jedem Haushalt stehen, so wie das früher mit der Bibel üblich war. Dieses Buch hier deckt alles ab, was wir auch immer in der Bibel gesucht haben. Es hilft uns bei Fragen, die wir an das Leben haben. Vom Umgang mit den grundlegenden Dingen des Lebens wird in "Zeichensprache" anschaulich und erbaulich, und im besten Sinne religiös erzählt. Und das Großartige ist, dabei handelt es sich nicht um Fiktion, um keine Erfindung, es sind kein Mythen, die sich nach und nach verselbstständigt haben. Das, wovon berichtet wird, existiert! Bei den Kabylen wird (oder wurde noch in der Großmüttergeneration) so gelebt! Das Zusammengetragene ist sorgfältig recherchiert und wissenschaftlich belegt.Noch ausführlicher schrieb ich über "ZeichenSprache" in dem Online Magazin "Wolfsmutter".